Zecken beim Hund

Wirksamer Zeckenschutz für Hunde

Kaum wird es schöner, die Tage länger und der Frühling ist greifbar, beginnt die Zeckenzeit. Die kleinen Plagegeister sind leider nicht nur ekelhaft, sondern auch gefährlich für Ihren Vierbeiner. 

So kommt die Zecke zum Hund

Zecken lieben Gräser und kleinere Sträucher, sie können wahrnehmen, wenn sich Lebewesen nähern und können sich wunderbar im Fell festhalten und dann an für sie gemütliche und geschützte Ort am Tier kriechen.

ratgeber-hunde-Zecken Zecken beim Hund

Oftmals setzen sie sich in die Achselhöhlen oder zwischen die Hinterbeine, aber bei langhaarigen Hunden saugen sie sich überall gern fest. 

Borreliose bei Hunden, Anaplasmose & Co

Leider können Zecken mit dem Saugakt verschiedene Krankheiten mit ihrem Speichel übertragen. Dabei kann es je nach Krankheit unterschiedlich lange dauern, bis das Risiko der Übertragung steigt. Bei Borreliose geht man von einer Zeit von ca. 16-24 Stunden aus, bis das Risiko der Übertragung sehr massiv steigt bei Babesiose und Anaplasmose findet man sehr unterschiedliche Angaben, die von 4-6 Std. bis hin zu 24-48 Stunden reichen.  

Beim Hund spielen leider mit wärmerem Klima und vermehrt aus dem Ausland einreisenden Hunden auch die zunächst hier unbekannteren Vektorkrankheiten (so nennt man durch Parasiten übertragene Krankheiten) eine zunehmend größere Rolle. 

Bekannter sind vor allem Anaplasmose und Borreliose, die häufig Gelenkschmerzen machen, aber auch bedrohlichere Erkrankungen hervorrufen können. Vor allem Anaplasmose macht etlichen Hunden ernsthafter zu schaffen, von Blutarmut bis hin zu Leberproblemen. 

Seltener, aber dennoch in Deutschland zunehmen häufiger sind Babesiose (sogenannte Hundemalaria) und Rickettsiose. Diese können beide im akuten Verlauf leider lebensgefährlich sein und treten leider immer häufiger auf. 

Wie kann ich meinen Hund gegen Zecken schützen?

Der beste Zeckenschutz für Hunde ist eine sehr gute und sichere Prophylaxe. Hier muss entschieden werden, wie empfindlich das Tier auf Parasitenabwehrmittel reagiert und wie stark der Befall in den Spaziergehgebieten ist. Generell lässt sich sagen, dass ein aktiver Schutz dringend nötig ist, sobald das Tier mehr als 1-2 Zecken pro Monat hat. 

Für Hunde gibt es verschiedene Varianten des Zeckenschutzes bzw. Zeckenmittel: 

  1. Halsbänder, die der Tierarzt verkauft (nur diese dürfen sicher wirksame Stoffe enthalten!): Mit diesen Halsbändern entsteht eine sogenannte RepellentWirkung, die vermeidet, dass die Zecken (und auch Flöhe) sich überhaupt am Hund festhalten können. Die Halsbänder wirken meist für 6-8 Monate. 
  2. Spot-Ons: hier wird dem Hund eine Lösung in den Nacken geträufelt, der Wirkstoff reicht meist für 4 Wochen und muss dann erneut aufgetragen werden. Es sollte vor und nach dem Auftragen 24-48 Std. kein Bad genommen werden. Die Wirkstoffe haben ebenfalls eine RepellentWirkung
  3. Tabletten zum Eingeben: Diese haben keine Repellent Wirkung, was häufig zu massivem Herumlaufen der Zecken auf dem Tier nach dem Spaziergang führt. In Haushalten, wo der Hund auf Couch und Bett darf und oder gern kuschelt und kleine Kinder im Haus sind, ist hiervon eher abzuraten. Die Zecken krabbeln nämlich leider häufig auf die daneben sitzenden Menschen, wenn man wieder zu Hause ist. Die Zecken müssen erst beißen, um zu sterben. Sie sterben in den ersten 24-48 Stunden, was keinen komplett sicheren Schutz vor Vektorkrankheiten bietet.
  4. Naturprodukte wie ätherische Öle, Bernsteinketten oder Keramikhalsbänder, Fütterung diverser Produkte: Hier ist keine wirkliche Wirkung vorhanden. Ätherische Öle sind Hunden oft sehr unangenehm in der Nase, eventuelles Ablecken kann schädlich wirken. Ein sehr gründliches Absuchen des Hundes nach jedem Spaziergang und ein Kurzscheren des Fells bei langhaarigen Hunden (um ein Absuchen überhaupt sinnvoll zu gestalten) sind nur für sehr empfindliche Tiere eine Alternative.

Und die Nebenwirkungen? 

Die meisten Horrorzahlen, die im Internet kursieren, sind schlichtweg ausgedacht. Es kann immer unerwünschte Arzneimittelwirkungen geben. Diese sollten unbedingt dem Tierarzt direkt gemeldet werden, damit dieser sie weiterleiten kann. Die offiziellen Zahlen allerdings liegen sehr viel niedriger und weniger dramatisch, als behauptet wird. Die Todes- und Krankheitsfälle an Vektorkrankheiten allerdings steigen leider zunehmend an. 

Schützen Sie Ihr Tier deswegen bitte sinnvoll und liebevoll mit wirksamen Mitteln. 

  • Unser Spendenkonto:
  • Tierschutzliga Stiftung
  • Bank für Sozialwirtschaft
  • IBAN: DE 83 7002 0500 0009 8385 03
  • BIC: BFSWDE33MUE
  • Verwendungszweck: Notfellchen-Fonds
  • PayPal: stiftung@tierschutzliga.de

Erzählen Sie anderen von diesen interessanten Informationen!

Das könnte Sie auch interessieren

  • ratgeber-hunde-welpen-fuettern Zecken beim Hund

Welpen richtig füttern

Wir wollen heute einige Tipps zum Thema „Fütterung des Welpen“ mit auf den Weg geben. Der Einzug eines Welpen bringt immer viel Aufregung in die ganze Familie. So viele Dinge, die es zu bedenken gibt, so viele Fragen, die dem Hundehalter durch den Kopf gehen.

  • katzen-ratgeber-zecken Zecken beim Hund

Zecken bei Katzen

Wenn der Frühling kommt, kommen leider auch die Zecken. Dabei sind die Plagegeister nicht nur lästig, sondern können auch gefährliche Krankheiten an unsere Freigänger-Samtpfötchen übertragen.

  • ratgeber-hunde-eichenprozessionsspinner-raupen-reihe Zecken beim Hund

Eichenprozessionsspinner

Eine gefährliche Raupe für Hund und Mensch. Der Prozessionsspinner an sich ist gar kein Problem – seine Raupe allerdings ist mit einer Behaarung versehen, die äußerst gefährlich für Hunde ist.

Aktuelles aus der TIERSCHUTZLIGA

  • drama-bekescsaba-hunde-abgegeben Zecken beim Hund

Dramatisches aus dem ungarischen Tierheim Békéscsaba

Am Montag wollten Petra und ich gerade das Tierheim verlassen, als ein Auto vorfuhr. Wir fragten die Dame wie wir helfen können und sie erzählte uns, dass ihre Nachbarn das Land verlassen haben und ihren Hund mit den zwei Welpen einfach zurückgelassen haben

Der gestresste Hund

Zunächst erstmal ein kurzer Streifzug durch die Theorie. „Stress“, was ist das eigentlich? Das Wort kommt aus dem Englischen, heißt „Anspannung, Druck“ und bedeutet eine physische oder psychische Reaktion auf bestimmte äußere Reize,

Neues aus dem ungarischen Tierheim Békéscsaba

Der kleine Kater Sanyika wurde auf den Feldern gefunden. Er ist leider nicht in bester Verfassung. Die ungarischen Kollegen behandeln seine Augen mit Virgan-Augengel. Er nimmt Dentisept, ein orales antibakterielles Gel, Veraflox Oral Suspensenson und Calopet.

11.05.2020|