Chronische Niereninsuffizienz (CNI)

Niereninsuffizienz bei Katzen oder Hunden

Die chronische Niereninsuffizienz (CNI) ist eine der häufigsten Krankheiten, die Hunde und Katzen im Alter erleiden. Die Erkrankung tritt schleichend auf. Da sie keine Schmerzen verursacht, bleiben die oftmals unklaren Symptomte teils lange unbemerkt durch den Besitzer. Häufig werden Veränderungen erst dann bemerkt, wenn das Organ schon stark geschädigt ist.

Was ist die chronische Niereninsuffizienz (CNI)?

Chronisch nennt man die Problematik deshalb, weil sie bereits länger und fortwährend besteht (mehr als 2 Monate, auch wenn die Symptome kaum merklich waren!). Eine Insuffizienz bedeutet immer, dass das Organ „unfähig“, also nicht mehr voll funktionstüchtig ist.

Die Niere ist neben der Leber ein wichtiges Entgiftungsorgan. Funktioniert sie nicht mehr einwandfrei, hat dies schwere Folgen für den gesamten Organismus.

Leider treten erst dann Symptome auf, wenn ca. zwei Drittel des Gewebes unwiederbringlich zerstört sind. Eine Früherkennung ist deswegen sehr wichtig und kann die Überlebenschancen und die erwartete Lebenszeit des geliebten Vierbeiners sehr stark beeinflussen.

Das Risiko für CNI steigt mit dem Alter der Tiere

10% aller Katzen über 10 Jahren leiden unter der Nierenkrankheit, in einem Alter über 13 Jahren haben sogar knapp 25% der Katzen Niereninsuffizienz. Die Wahrscheinlichkeit, dass Hunde an CNI erkranken, nimmt ab dem 7. Lebensjahr rasant zu. Bereits 10% aller Hunde sind dann bereits von der Nierenerkrankung betroffen, zwischen 8 und 9 Jahren sind es sogar schon über 20%. CNI ist die häufigste Todesursache unter Katzen- und Hundesenioren. Bestimmte Rassen scheinen häufiger darunter zu leiden, wie z.B. Pudel, Cocker Spaniel, Berner Sennenhund und Yorkshire Terrier. Bei den Katzen sind Rassekatzen häufiger betroffen als Europäisch Kurzhaar Katzen.

Niereninsuffizienz Symptome bei Hund und Katze

Ihr Haustier wird müder, isst weniger und das Fell glänzt nicht mehr so wie früher? Sie denken bestimmt, das liegt daran, dass Ihr Hund oder Ihre Katze eben langsam zum Senior werden. Dabei kann es aber auch bereits eine lebensbedrohliche Nierenkrankheit sein, die bisher unentdeckt blieb. CNI ist eine schleichende Krankheit, die vor allem im frühen Stadium sehr unklare Anzeichen zeigt. Symptome für Niereninsuffizienz bei Hunden sind vermehrtes Wasserlassen und häufigeres Trinken, bei Katzen treten diese Anzeichen wesentlich seltener auf.

Typische Symptome nierenkranker Katzen bzw. Hunde sind:

  • Antriebslosigkeit, die Katze/der Hund wirkt schwach
  • Appetitlosigkeit, das Tier verliert Gewicht und frisst nur wenig und ist sehr wählerisch
  • Mundgeruch und Zahnfleischentzündungen
  • Das Fell wirkt matt und teilweise schuppig
  • Katze erbricht sich häufiger

Diagnose Chronische Niereninsuffizienz

Eine sichere Diagnose kann nur durch einen Urintest und ein Blutbild beim Tierarzt gestellt werden. Besonders wichtig ist der „Frühbestimmungs-Wert“ SDMA, der bereits ansteigt, wenn ca. 30% des Nierengewebes nicht mehr funktionieren. Andere Werte wie Kreatinin oder Harnstoff steigen oft wesentlich später an und sind stärkeren Schwankungen (beispielsweise durch Muskelmasse und Fütterung) unterworfen.

Eine regelmäßige, vorbeugende Blutkontrolle ist ab einem gewissen Alter deswegen dringend zu empfehlen – sie kann unter Umständen lebensrettend sein!

Behandlung der CNI

Chronische Niereninsuffizienz ist nicht heilbar. Die therapeutischen Maßnahmen bei CNI sind jedoch vielschichtig und können Symptome lindern und die Lebenserwartung erhöhen. Sehr ernst zu nehmen ist der Bluthochdruck bei Katzen und Hunden, der mit Medikamenten behandelt werden muss. Manchen Katzen bekommen Anämie, manche übergeben sich oder haben Durchfall. Je nach Symptomen können Rehydration, Appetitanregung und antibakterielle Behandlung sinnvolle Ansätze sein. Auch die Kontrolle von Phosphat und Kalzium sowie die Korrektur des Blutsäure-Basenspiegels ist wichtig. Eine Umstellung auf Nierendiätfutter und ausreichendes Trinken ist dringend anzuraten.

Diätfutter für nierenkranke Katzen

Dass Ihre Katze Diätfutter essen soll, müssen Sie ihr schonend beibringen. Glücklicherweise gibt es viele verschiedene Nierenfutter für Katzen, so dass man einiges ausprobieren kann. Gehen Sie auf keinen Fall mit Gewalt an diese Aufgabe … eine Verweigerung der Nahrungsaufnahme kann gerade bei nierenkranken Katzen dramatische gesundheitliche Folgen haben. Dennoch sollte unbedingt Nierenfutter gefüttert werden, um die ansonsten schnell fortschreitende Zerstörung des Nierengewebes aufzuhalten. Normales Futter oder sogar gut gemeinte Fleischkost belasten die Niere stark und können zu noch schnellerem Fortschreiten der Krankheit mit Todesfolge führen.

Unter regelmäßiger Blutkontrolle kann außerdem das Zufüttern von Phosphatbindern die Lebenserwartung der Tiere weiter steigern. Ihr Tierarzt kann nach der Kontrolle der Blutwerte hier beraten und Ihnen entsprechende Produkte mitgeben.

Empfehlung

Wird die Niereninsuffizienz zu spät entdeckt, kann das geschädigte Gewebe nicht mehr gerettet werden. Gehen Sie deshalb bitte mit Ihrer Katze bzw. Ihrem Hund spätestens ab dem 7. Lebensjahr zu regelmäßigen Kontrollen beim Tierarzt! Nur eine Diagnose im frühen Stadium kann Ihrem Haustier ein weiteres Leben ohne Leiden bescheren.

Und noch ein Tipp aus unserer Katzenstation München: Füttern Sie Katzen schon vor einer möglichen Nierenerkrankung möglichst kein oder wenig Trockenfutter. Katzen neigen dazu, zu wenig zu trinken, was dann die Nieren schädigen kann. Hunde hingegen gleichen den Flüssigkeitsbedarf bei Trockenfutter selbständig aus, indem sie entsprechend mehr trinken.

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.; https://tierarztpraxis-rogalla-rummel.de/wissenswertes/chronische-niereninsuffizienz-cni-bei-der-katze/

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