Chronische Niereninsuffizienz (CNI)

Niereninsuffizienz bei Katzen oder Hunden

Die chronische Niereninsuffizienz tritt bei Katzen öfter auf als bei Hunden. Außerdem trifft CNI häufiger ältere Tiere. Diese Nierenerkrankung tritt schleichend auf, weshalb sie oft zu spät erkannt wird. Da es dann bereits für die Niere zu spät sein kann, raten wir zu regelmäßigen Untersuchungen der Nierenfunktion beim Tierarzt, vor allem für Senioren ab dem 7. Lebensjahr.

Was ist die chronische Niereninsuffizienz (CNI)?

CNI ist eine Nierenerkrankung, bei der die Niere im Verlauf zunehmend geschädigt wird. Diese Schädigung ist irreversibel. CNI kann durch diverse Erkrankungen hervorgerufen werden, die die Nieren angreifen. Da Nieren eine sehr hohe Kompensationsfähigkeit aufweisen, treten erste Krankheitserscheinungen erst auf, wenn ca. 70% des Nierenfunktionsgewebes geschädigt sind. Je früher die Niereninsuffizienz bei der Katze oder dem Hund erkannt wird, desto größer sind die Chancen auf eine erfolgreiche Therapie.

Das Risiko für CNI steigt mit dem Alter der Tiere

10% aller Katzen über 10 Jahren leiden unter der Nierenkrankheit, in einem Alter über 13 Jahren haben sogar knapp 25% der Katzen Niereninsuffizienz. Die Wahrscheinlichkeit, dass Hunde an CNI erkranken, nimmt ab dem 7. Lebensjahr rasant zu. Bereits 10% aller Hunde sind dann bereits von der Nierenerkrankung betroffen, zwischen 8 und 9 Jahren sind es sogar schon über 20%. CNI ist die häufigste Todesursache unter Katzen- und Hundesenioren. Bestimmte Rassen scheinen häufiger darunter zu leiden, wie z.B. Pudel, Cocker Spaniel, Berner Sennenhund und Yorkshire Terrier. Bei den Katzen sind Rassekatzen häufiger betroffen als Europäisch Kurzhaar Katzen.

nierenversagen-hunde-katzen Chronische Niereninsuffizienz (CNI)

Niereninsuffizienz Symptome bei Hund und Katze

Ihr Haustier wird müder, isst weniger und das Fell glänzt nicht mehr so wie früher? Sie denken bestimmt, das liegt daran, dass Ihr Hund oder Ihre Katze eben langsam zum Senior werden. Dabei kann es aber auch bereits eine lebensbedrohliche Nierenkrankheit sein, die bisher unentdeckt blieb. CNI ist eine schleichende Krankheit, die vor allem im frühen Stadium sehr unklare Anzeichen zeigt. Symptome für Niereninsuffizienz bei Hunden sind vermehrtes Wasserlassen und häufigeres Trinken, bei Katzen treten diese Anzeichen wesentlich seltener auf.

Typische Symptome nierenkranker Katzen bzw. Hunde sind:

  • Antriebslosigkeit, die Katze/der Hund wirkt schwach
  • Appetitlosigkeit, das Tier verliert Gewicht
  • Erkrankungen am Zahn oder Zahnfleisch
  • Das Fell wirkt matt und dünner
  • Katze erbricht sich häufiger
  • Katzen können erblinden durch Bluthochdruck

Diagnose Chronische Niereninsuffizienz

Eine sichere Diagnose kann nur durch einen Urintest und ein Blutbild beim Tierarzt gestellt werden. Es gilt dabei auch einen Unterschied zwischen akuter und chronischer Niereninsuffizienz (länger als 2 Wochen) zu machen. Durch die Bestimmung der Werte Urea und Creatinin wird festgestellt, ob die Funktion der Nieren gestört ist. Wobei abweichende Werte auch andere Ursachen haben können, wie z.B. Blasensteine, Aufnahme von Giften, Dehydration etc. Ultraschalluntersuchungen liefern weitere Ergebnisse, die in die Diagnose einfließen.

Behandlung der CNI

Chronische Niereninsuffizienz ist nicht heilbar. Die therapeutischen Maßnahmen bei CNI sind jedoch vielschichtig und können Symptome lindern und die Lebenserwartung erhöhen. Sehr ernst zu nehmen ist der Bluthochdruck bei Katzen und Hunden, der mit Medikamenten behandelt werden muss. Manchen Katzen bekommen Anämie, manche übergeben sich oder haben Durchfall. Je nach Symptomen können Rehydration, Appetitanregung und antibakterielle Behandlung sinnvolle Ansätze sein. Auch die Kontrolle von Phosphat und Kalzium sowie die Korrektur des Blutsäure-Basenspiegels ist wichtig. Eine Umstellung auf Nierendiätfutter und ausreichendes Trinken wird empfohlen.

Diätfutter für nierenkranke Katzen

Dass Ihre Katze Diätfutter essen soll, müssen Sie ihr schonend beibringen. Glücklicherweise gibt es viele verschiedene Nierenfutter für Katzen, so dass man einiges ausprobieren kann. Gehen Sie auf keinen Fall mit Gewalt an diese Aufgabe … eine Verweigerung der Nahrungsaufnahme kann gerade bei nierenkranken Katzen dramatische gesundheitliche Folgen haben.

Empfehlung

Wird die Niereninsuffizienz zu spät entdeckt, kann das geschädigte Gewebe nicht mehr gerettet werden. Gehen Sie deshalb bitte mit Ihrer Katze bzw. Ihrem Hund spätestens ab dem 7. Lebensjahr zu regelmäßigen Kontrollen beim Tierarzt! Nur eine Diagnose im frühen Stadium kann Ihrem Haustier ein weiteres Leben ohne Leiden bescheren.

Und noch ein Tipp aus unserer Katzenstation München: Füttern Sie Katzen schon vor einer möglichen Nierenerkrankung möglichst kein oder wenig Trockenfutter. Katzen neigen dazu, zu wenig zu trinken, was dann die Nieren schädigen kann. Hunde hingegen gleichen den Flüssigkeitsbedarf bei Trockenfutter selbständig aus, indem sie entsprechend mehr trinken.

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.; https://tierarztpraxis-rogalla-rummel.de/wissenswertes/chronische-niereninsuffizienz-cni-bei-der-katze/

  • Unser Spendenkonto:
  • Tierschutzliga Stiftung
  • Bank für Sozialwirtschaft
  • IBAN: DE 83 7002 0500 0009 8385 03
  • BIC: BFSWDE33MUE
  • Verwendungszweck: Notfellchen-Fonds
  • PayPal: stiftung@tierschutzliga.de

Informieren Sie auch andere über die CNI!

[addtoany]

Das könnte Sie auch interessieren

  • beitragsbild_Welpen Chronische Niereninsuffizienz (CNI)

Welpen impfen – wann und wogegen?

Hundewelpenimpfung wann? Einen gesunden Welpen impft man in der 8. Woche mit dem Impfstoff SHPPiL gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Parainfluenza und Leptospirose. (Pi –Parainfluenza wird nicht zwingend von der Impfkomission empfohlen – da nur für Großbestände – Tierheime/Tierpensionen/Ausstellungen relevant).

  • beitragsbild_katzenfutter Chronische Niereninsuffizienz (CNI)

Wie füttere ich meine Katze richtig?

Bei den Vermittlungsgesprächen werden wir oft nach dem richtigen Futter für die Katze gefragt. Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Denn es kommt auf die Zutaten an, besonders auf den Fleischanteil. Bei den mesten Billigfuttern liegt der Fleischantei bei unter 10%. Die restlichen 90% sind „pflanzliche Nebenerzeugnisse“ und „Getreide“.

  • beitragsbild_hundefutter Chronische Niereninsuffizienz (CNI)

Wie füttere ich meinen Hund richtig?

Der Vorfahr des Hundes, der Wolf, ist kein reiner Fleischfresser. Er frisst auch Obst, Gemüse, Kräuter, Beeren,Gräser, Wurzeln und Insekten. Vom Beutetier wird alles aufgefressen, bis auf die größeren Knochen, einen Großteil von Haut und Fell und einen Teil des Magen-Darm Inhaltes. Dasselbe gilt für den Hund. Wird der Hund schlecht ernährt, entstehen z.B. Diabetes, Krebs, Allergien, Herz-Kreislauf-, Skelett-, Haut- und Gelenkerkrankungen. Artgerechte Fütterung ist also essentiell

28.10.2016|