Ein Tierheim auch für Pferde

Nicht nur Hunde und Katzen landen im Tierheim, auch Pferde, Esel und Schafe befinden sich in Notsituationen und brauchen dann schnell eine Unterkunft. Huftiere finden auf dem Tierschutzhof Wardenburg ein letztes Zuhause.

Die meisten Tiere verbringen hier den Rest ihres Lebens – weil sie zu alt sind oder nicht mehr ganz gesund. Oft sind sie krank, weil sie von ihren Besitzern misshandelt wurden. Aufwändige Pflege ist jedoch meist ein Ausschlusskriterium für eine Vermittlung.

Diese Tiere, die niemand haben will, finden bei uns ein Zuhause auf Lebenszeit.

Seit Sommer 2020 haben wir auch eine eigene Vermittlungsstation für Hunde und Katzen. Welpen, die illegal nach Deutschland importiert wurden, schwierige Hunde und auch „Listenhunde“ – aus unseren anderen Tierheimen – werden bei uns sozialisiert, erzogen und dann in gute Hände vermittelt.

Vermittlungstiere

Die aktuellen Vermittlungstiere sind mit Beschreibung und Foto auf der Webseite zu finden.

Leben auf dem Tierschutzhof Wardenburg

Die Pferde und Ponys leben bei uns in der Regel in kleinen Herden, denn auch Pferde wünschen sich soziale Kontakte mit Artgenossen. Auf dem Hof befindet sich ein großer Offenstall mit 170 qm Innenfläche, zwei größzügige Weideunterstände sowie ein kleiner Offenstall, in dem vier Shettys ein Zuhause haben. Leider bleibt es manchen Pferden nicht erspart, in den großzügigen hellen Boxen zu leben. Diese Pferde und Ponys haben meist besondere Krankheiten wie Hufrehe, Sommerekzem oder sind nicht mit anderen Artgenossen verträglich. Ihnen steht jedoch Sommer wie Winter regelmässiger Auslauf und Weidegang zu.

Ein Arbeitstag auf dem Pferdehof

Viel Arbeit ist täglich auf dem Hof zu erledigen, damit sich die Pferde wohl fühlen und artgerecht leben können. Gesundheitlich beeinträchtigte Pferde oder Tiere, die individuell gefüttert werden müssen, verbringen die Nächte in einer Box, am Tag werden sie auf die Koppel geführt. Morgens und abends werden die Koppeln abgemistet, die Offenställe und Boxen gesäubert.
Regelmäßig kontrollieren wir die Pferde auf Verletzungen, prüfen den Zustand der Hufe und beobachten den Genesungszustand. Tierarzt und Hufschmied kümmern sich regelmäßig um unsere Schützlinge.

Arbeitsaufwändige Lieblinge unter den Pferden

Ekzemerpferde reagieren allergisch auf den Speichel der Kriebelmücke und leiden unter fürchterlichem Juckreiz. Sie scheuern sich wund und blutig. Manche Pferde geraten in Panik, wenn sie nur das Summen einer Mücke hören und rennen in ihrer Angst sogar auch mal Zäune um.
Ekzemerpferde sind besonders pflegeintensiv, weshalb sich die Besitzer ihrer gerne entledigen. Oft bleibt nur der Schlachthof, weil niemand ein allergisches Pferd haben möchte.
Bei uns sind diese Tiere willkommen. Sie leiden nur unter einer Allergie und sind ansonsten völlig gesund. Wenn man sie richtig behandelt – und darin haben wir Erfahrung – führen sie ein sorgenfreies, gutes Leben.

Wie die Pferde zu uns kommen

Die meisten unserer Pferde und Ponys werden aus Privathand bei uns abgegeben, weil sie alt, krank oder zu teuer in der Haltung sind.

Immer wieder erleben wir, dass Pferde und Ponys auf abgeschotteten Wiesengrünflächen mit spärlichem Unterstand ausrangiert und sich selbst überlassen werden. Auf sich allein gestellt, ohne ausreichend Futter und Pflege, werden sie krank. Wenn sie Glück haben, entdeckt sie jemand und informiert uns. Wir setzen uns für sie ein und versuchen, die Besitzer zur Abgabe zu überzeugen. Voller Parasiten und oft mit schmerzhaft entzündeten Wunden treffen sie bei uns ein. Wir pflegen sie gesund und vermitteln sie in ein neues, gutes Zuhause.

Einige der Pferde stammen aus Beschlagnahmungen. Diese Tiere wurden von ihren Besitzern derart schlecht gehalten oder misshandelt, dass sie vom Veterinäramt beschlagnahmt wurden.

Der Tierschutzhof Wardenburg liegt in Niedersachsen in der Nähe von Oldenburg und beherbergt etwa 26 Pferde und Ponys.